Kommunistischer Widerstand im 3. Reich 15

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Trotz unterschiedlicher Einschätzungen der SPD-Politik beauftragte die Konferenz die KPD-Führung zu Gesprächen mit dem Parteivorstand der SPD. Die Parteikonferenz erklärte die Taktik des „Trojanischen Pferdes“ auch für die deutschen Kommunisten als unumgänglich. Am 15. Oktober wählte sie in der Geschlossenen Sitzung ein neues, aus 15 Mitgliedern und 3 Kandidaten bestehendes Zentralkomitee. Mitglieder waren Anton Ackermann, Paul Bertz, Franz Dahlem, Leo Flieg, Wilhelm Florin, Walter Hähnel, Fritz Heckert, Paul Merker, Willi Münzenberg, Wilhelm Pieck, Elli Schmidt, Ernst Thälmann, Walter Ulbricht, Herbert Wehner und Heinrich Wiatrek, Kandidaten waren Wilhelm Knöchel, Wilhelm Kowalski und Karl Mewis. Als Vorsitzender der Partei für die Zeit der Haft Thälmanns wurde Pieck gewählt [32] . In der folgenden konstituierenden Sitzung des Zentralkomitees wurden Dahlem, Florin, Heckert, Merker, Pieck, Thälmann und Ulbricht zu Mitgliedern, Ackermann und Wehner zu Kandidaten des Politbüros gewählt. Festgelegt wurde, dass Ackermann, Dahlem, Merker, Wehner und Ulbricht (als Leiter) eine operative Leitung im Ausland bilden – ihr Sitz war zunächst Prag und ab Herbst 1936 Paris. Florin, Heckert und Pieck blieben in Moskau.

Die illegal in Deutschland arbeitenden Kommunisten erfuhren nur zu einem relativ kleinen Teil von den Veränderungen an der Parteispitze. Lediglich auf regionaler bzw. lokaler Ebene wurde der neue Volksfrontkurs vereinzelt in die Praxis umgesetzt [33] . Die Bildung kleinster dezentraler Zellen wurde weiter forciert, auf riskante, spektakuläre Aktionen zunehmend verzichtet. Die Anleitung der Widerstandsgruppen, mit denen die Exilführung noch in Verbindung stand, lag nach der „Brüsseler Konferenz“ bei den Abschnittsleitungen (A.L.), die aus den 1934 geschaffenen „Grenzstellen“ hervorgingen. Sie bemühten sich, die illegale Parteiarbeit zu steuern. In der Regel bestanden die Abschnittsleitungen bis Kriegsbeginn 1939.

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