Kommunistischer Widerstand im 3. Reich 11

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Wegen der anhaltenden Verhaftungen übernahmen ab 1934 mehr und mehr Grenzstellen der KPD im benachbarten Ausland – so in Kopenhagen, Amsterdam, Saarlouis, Prag und Basel – die Anleitung des kommunistischen Widerstandes. Trotz Massenverhaftungen und brutalster Repressionsmethoden gelang es der Gestapo nicht, die fortwährende Neubildung kommunistischer Zellen im Reich zu unterbinden [21] .

Kommunistische Neben- und Vorfeldorganisationen wie der Kommunistische Jugendverband Deutschlands (KJVD), die Revolutionäre Gewerkschafts-Opposition (RGO), die „Kampfgemeinschaft für Rote Sporteinheit“ und die Rote Hilfe Deutschlands (RHD) setzten entsprechend dem kommunistischen Konzept, möglichst auf allen Ebenen Widerstand gegen das NS-Regime zu leisten, ihre Arbeit fort. Die Rote Hilfe, eine in den zwanziger Jahre gegründete Organisation zur Unterstützung kommunistischer Häftlinge und ihrer Angehörigen, bemühte sich vor allem durch illegale Sammlungen von Geldern und Lebensmitteln, das Schicksal der Angehörigen zu lindern [22] . So gab es 1934 in München als „Rote Hilfe“ bezeichnete Gruppen, welche die Verteilung von aus der Schweiz stammenden Wäsche- und Lebensmittelpakten an Familien von Gefangenen organisierten. In Frankfurt am Main gab es eine Initiative für Hinterbliebene ermordeter Widerstandskämpfer und die Familien Inhaftierter. Auch Emigrationen wurden vorbereitet [23] .

Der KJVD arbeitete teilweise mit sozialdemokratischen, christlichen und jüdischen Jugendgruppen zusammen [24] . Die oftmals erst 14- bis 18jährigen Jugendlichen zeigten neben jugendlichem Einsatz- und Opfermut zugleich auch eine bemerkenswerte Bereitschaft, sich diszipliniert den Vorgaben der Partei ein- bzw. unterzuordnen. Auch sie wurden rücksichtslos von der Gestapo verfolgt [25] . Stellvertretend sei an die Widerstandsgruppe um Herbert Baum erinnert, die von 1933 bis 1942 Widerstand leistete. Nach dem 22. Juni 1941 setzte die Gruppe den Kampf gegen die NS-Diktatur mit Sabotageaktionen, Flugblätter, Flugschriften und Fluchthilfe für Juden in den Zwangsarbeiterabteilungen von Siemens verstärkt fort. Höhepunkt war der Brandschlag auf die antisowjetische Ausstellung „Das Sowjetparadies“ in Berlin am 18. Mai 1942 [26] .

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