Ideal: "Berlin" 4/16

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Version vom 25. August 2021, 13:15 Uhr von Cris (Diskussion | Beiträge) (1 Version importiert)
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Vermutlich gibt es dort nicht einmal unzufriedene Menschen, denn Berlin war mal was ganz Besonderes. Die DDR ging hier mitten durch den Boden! Berlin! Erst Kurfürst Friedrich der Dritte, dann Nina Hagen und jetzt also ich. Am Freitagmittag sollte ich ankommen, doch der Zug hatte einen Triebwerkschaden hinter Wolfsburg und stand mitten in der Pampa blöd auf´m Gleis rum. Das geht ja gut los dachte ich, um auch mal das Stilmittel der Ironie zu benutzen, aber eigentlich war das nicht der richtige Zeitpunkt für pointierte Spitzen, denn durch das selbstherrliche Nichtstun des bekackten Zuges kam ich zu spät, zu verschwitzt und zu uncool zum Geschäftsessen. Sicher, ich hätte für die fünf Kilometer auch ein Taxi benutzen können, aber so früh am Tag wollte ich nicht den Snob raushängen lassen. Im Restaurant Honigmond (schöner Name für ´ne Katze) aß ich mit den Damen dann drei Kohlrouladen und machte ein paar Späßchen, die aber im stilvollen Ambiente des Mittagsbuffets freudlos verpufften. Nach dem Nachtisch ("Croissant-Auflauf", unglaublich!) fuhr mich meine Sachbearbeiterin quer durch die Stadt, und zwar mit ihrem recht unbekümmerten, anarchistischen Fahrstil. Am Flughafen Tempelhof ließ sie mich raus. Glück gehabt. Mein erstes Reise-Highlight, schön Stein auf Stein, akkurat aufeinandergeschichtet wie sich´s gehört, recht angenehm im Auge. Ich ging direkt mal hin zu dem monströsen Klotz und sah auch gleich ein paar Japaner, die vielleicht zwei Minuten vor mir vor der verschlossenen Tür standen, aber da war absolut nichts zu machen. Zu ist zu, es hat sich ausgerosinenbombt, auf weitere Luftbrücken wird vorerst verzichtet, Merkel macht erstmal alleine weiter. Also auf zum Hotel. Mein Weg führte mich entlang des Volksparks Hasenheide. Den sollte ich auf Anraten meiner ortskundigen Geschäftspartnerin auf keinen Fall in der Dunkelheit betreten, aber so lange wollte ich sowieso nicht warten, denn inzwischen stand mir der Sinn nach einer schönen, kühlen Pulle Mineralwasser.

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Mehr vom Tom Tonk gibt es auf hier OpenPunk oder auf seiner Seite: http://www.rockraketetonk.de