Ideal: "Berlin" 14/16

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Nun drohten mir also ein Haufen kanadischer Jugendlicher, ein holländisches Ehepaar und ganz besonders diese Mutter mit ihren vier ungezogenen Blagen, die echt glaubten, alles hinterfragen zu müssen, meine Kicks zu stehlen, und zwar akut. Ich ging ein Eis essen. Nein, ging ich nicht, denn der Saftkopp wollte für eine Kugel Schoko 1,20 Euro und ich bin doch nicht bescheuert. Ich dachte, wenn du kacken mußt, vielleicht am Alexanderplatz. Ich bestellte mir ein Mittagessen, suchte mir ein schönes Plätzchen und lehnte mich zurück. Dann beobachtete ich eine nicht unattraktive Küchenhilfe, die gelegentlich mein Blickfeld kreuzte, weil ich mich recht clever positioniert hatte. Lange sah ich ihr bei der Arbeit zu, wenn auch nicht nur ihren flinken Fingern, sondern auch ihrer schönen Nase, aber Arbeit. Und es gab einiges zu tun in dem Laden, ich war ja nicht der einzige Gast, dem das Essen nicht schmeckte. Doch beschweren, wozu? Diese Frau war ein wahrer Tausendsassa, wusch die Tassen, portionierte den Grünkohl, bongte die Cola von Tisch 12, und von der Frisur hab ich ja noch gar nichts erzählt. Als Unternehmer, aber auch als Mann, sah ich sofort, daß die Dame wahrlich keine Fehlbesetzung war. Kein Wort zu viel, kein Wort zu wenig, höchstens mal ein "Silke!", wenn Silke! den vollen Geschirrwagen übersehen hatte. Das war groß. Das war Menschenkenntnis. Das war Führungsstärke. Das war alles auf einmal. Zusammenfassend konnte man sagen, daß ich mir um Yvonne keine weiteren Sorgen zu machen brauchte, falls ich Berlin noch mal verlassen würde. Ich ging noch mal pinkeln, wusch mir die Hände und richtete mein Haar für weitere Erlebnisse. Ganz in der Nähe war das Nikolaiviertel, ein ausgewiesener Leckerbissen in jedem Touristenführer. Hier stand Berlins älteste Ansiedlung. Schon 1228 erhob sie Markgraf Johann I.

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